Die Wahrheit der Landbesetzungen

Landbesetzungen (sp. Invasiones) sind ein weitverbereitetes Phänomen in Peru: Landlose Leute tun sich zusammen um ein Stück Land am Stadtrand zu besetzen, um darauf Hütten und später Häuser zu bauen. Dass sie weder Strom noch fliessendes Wasser haben nehmen sie in Kauf. Wenn wir über solche Besetzungen in Europa lesen neigen wir dazu dies zu Befürworten – ja als rechtmässiges Verhalten der armen Bevölkerung zu sehen. Die Wahrheit sieht leider anders aus:

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Vor zwei Jahren gab es in Oxapampa eine Landinvasion am Stadrand: Militär und Polizei haben die Invasoren allerdings schnell wieder vertrieben. Doch die Landlosen gründeten einen Verein und verlangten, dass sie das besetzte Land kaufen konnten. Der Besitzer sagte zu und konnte ca. 5 Hektaren zum stolzen Preis von 300’000 USD verkaufen. Der tatsächliche Wert lag aber höchstens bei 50’000 USD. Wir kennen Leute, die sich ein kleines Stück Land gekauft haben und dafür sogar das eigene Bett verkauft haben. Viele rieben sich einmal stark die Augen, als sie sahen, dass das Land, welches sie mit grösster Anstrengung und zum Teil mit starker Verschuldung gekauft haben nur ein Sumpf war. Um es bewohnbar zu machen müssten hunderte von Tonnen Material aufgeschüttet werden. Der Verkäufer hat sich, ohne einen Cent in das Gelände zu investieren, davongemacht. Die armen Landlosen sehen bis heute nichts von ihrem Land. Die «Landlosen» sind aber auch nicht so arm wie das auf den ersten Blick erscheint. Ich schätze das 80% irgendwo schon ein Stück Land haben, sogar in der Stadt wie ich selber gesehen habe. Die Invasoren spekulierten also nur darauf, dass dieses Stück Land, für das sie viel zu viel bezahlt haben irgend einmal 10x soviel Wert haben könnte.

Invadiertes Land, das sind zukünftige Armenviertel, wo es weder Wasser noch Strom gibt, nie eine Stadtplanung stattgefunden hat und Menschen ausserordentlich dicht nebeneinanderleben. Die Verlierer sind wie immer die Ärmsten der Armen: Instrumentalisiert und ausgenommen von korrupten Leuten. Landinvasionen sind ein korruptes Geschäft bei denen wenige viel gewinnen und viele ihr weniges auch noch verlieren.