Über Oxapampa

Mitten im Nebelwald von Peru gelegen ist Oxapampa, eine etwas andere peruanische Stadt. In praktisch allen peruanischen Städten ist es nicht möglich sein Auto oder Motorrad unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Im besten Fall fehlt beim Zurückkommen ein Rückspiegel, ein Rad oder das Radio, im dümmsten Fall verschwindet das ganze Auto. Nicht so in Oxapampa, hier stehen Tag und Nacht Autos auf öffentlichen, unbeaufsichtigten Parkplätzen und oft muss man zuerst laut rufen, damit die Verkäuferin im kleinen Laden aus der Küche kommt und den Laden bedient. In Oxapampa klagt niemand über Arbeitslosigkeit, denn jeder geht irgend einem kleinen Geschäft nach. Reichtum sucht man zwar vergebens, dafür lebt aber die grosse Mehrheit der Bevölkerung in einem bescheidenen Wohlstand. Auf den Strassen herrscht unaufgeregte Geschäftigkeit, aber stets bleibt Zeit um ein paar Worte zu wechseln, wenn man jemanden trifft. Nichts ist so dringend, als dass man es auch morgen noch erledigen könnte.

Geschichtlicher Hintergrund

Oxapampa wurde 1891 von deutschen Auswanderern gegründet und hat seither kaum etwas von seinem pionierhaftem Charakter eingebüsst. Typisch sind die einstöckigen Holzhäuser, mit Blechdach, die einen ein wenig an ein Chalet erinnern. Das Stadtbild besteht aus einer wildwestlich anmutenden bunten Mischung aus Holz- und Zementhäusern. Deutscher Ordnungssinn und peruanische Lebensfreude geben Oxapampa einen ganz speziellen Charakter. Der erste Eindruck einer etwas verlotterten Dschungelstadt täuscht: Denn in den Läden gibt es praktisch alles was man für das tägliche Leben und darüber hinaus braucht. So kann man z.B. in den Metallwarenläden neben Kettenmotorsägen mit enormen Schwertlängen auch Netzwerkkabel und dazu passende Stecker kaufen.

Schweizerkäse mitten im peruanischen Nebelwald

Ein ganz spezieller Blickfang ist auch die grosse Auswahl an Käsesorten einer Fabrik namens Floralp. Das Firmenlogo besteht aus dem Matterhorn und einem Schriftzug, der dem Schweizer Pendant sehr ähnlich ist. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, weil die Fabrik von Schweizern gegründet wurde und heute auch einen zweiten Ableger in Ecuador hat. Von Zeit zu Zeit kommen schweizer Käsereiexperten nach Oxapampa, um die Qualitätsvorgaben zu überprüfen und neue Käsesorten auszuprobieren. Die schmucke Fabrik und die strickten Hygienevorgaben scheuen den Vergleich mit einer schweizer Käserei nicht.

Seit vier Jahren führt von La Merced eine Asphaltstrasse nach Oxapampa. Sie ist zwar unterbrochen durch ein Stück Naturstrasse für dessen Ausbau offenbar niemand aufkommen möchte, doch das gibt der Reise auch noch ein Stück Abenteuereindruck. Die Asphaltstrasse führt bis an den Stadteingang von Oxapampa, dann ist fertig. Nur die Strassen um den Hauptplatz sind ausgebaut. Man will sich den pionierhaften Charakter nicht nehmen lassen. Auch das ist Oxapampa: Immer gut für eine Überraschung.